Vintage HiFi für echte Kerle
Hey Musikliebhaber,
wen stört es auch ungemein, dass heutige Musikanlagen aussehn wie Knight Rider aus den ‘90ern und dabei klingen wie nen Hybridauto ohne Benzin im Tank.
Echter Rock braucht schwere Schallwandler. Muss man sich meist mit frauentauglichen Minilautsprechern zufriedengeben, so schafft man es gradmal zu einer 5.1 Anlage, die zwar Sex in the City quicken läßt, aber UNKAST nur wenig gerecht werden kann.
Weg von leichten Digitalverstärkern, weg von Satelitenboxen, hin zu Holzumschlossenen Analogendstufen und Druckvollen Stereoboxen.
Hier möchte ich nur ein paar sinnvolle Beispiele nennen, die den UNKAST Hörgenuss verfeinern:
SABA Ultra Hifi Professional 1300 von 1977:
Stereolautsprecher mit Höhenlokalisator, sowie Höhen- und Mittenpegelregler. Druckvolle 12″ Bässe und einer Wandstärke, dass jede einzelne Box 22,5kg auf die Waage bringt. Schwere Lautsprecher für schwere Musik!
KENWOOD KL-888S von 1978:
Ebenfalls Kind der 70er ist dieser 6-Wege Lautsprecher mit einer 15 3/4 Membran für grollenden Stonerrock. Kein Kindergeburtstag. Sowas wird heute nicht mehr hergestellt
MARANTZ 2600 von 1977:
Stereoreceiver mit sage und schreibe 420Watt Sinus an 4 Ohm nach DIN. Dafür bringt der “kleine” auch 32kg auf die Waage. Das ist soviel wie ein 12 jähriges Kind. Mehr Druck bringt keiner, also genau richtig für Stonerrock.
MARANTZ 2226B von 1978:
Ebenfalls ein Stereoreceiver mit optionalem Holzgehäuse. Ebenfalls mit einem hervorragenden Klang ausgestattet und beileibe kein schwachbrüstiges Spielzeug. 53Watt an 4 Ohm nach DIN haben sich noch nie so fett angehört. Für die meisten Behausungen völlig ausreichend und ruhestöhrungsgefährlich.
Für diejenigen, die sich schon immer fragte, wie die Modellbezeichnungen bei Marantz kodiert waren. Nehmen wir zum Beispiel den 2226B: die erste 2 bedeutet, dass es sich um zwei Geräte in einem hanelt, also um einen Verstärker mit einem Tuner integriert (das was ein Receiver auch ist). Die zweite 2 besagt, dass es sich um einen zweikanaligen Verstärker handelt (Stereo) und die letzten beiden Stellen geben die Leistung an. Also in diesem Beispiel 26Watt an 8 Ohm gemessen nach FTC (zwischen 20Hz und 20kHz). Da bei Transistorverstärkern die Leistung steigt, wenn man niederohmigere Lautsprecher anschließt, sind dies äquivalent 33 Watt an 4 Ohm nach FTC. Überträgt man diese Werte in die bei uns gebräuchliche DIN Angabe (Messung bei 1kHz) so hat der Verstärker 44 Watt an 8 Ohm nach DIN und 53 Watt an 4 Ohm nach DIN.
Und nun schlagt zu, wenn Ihr es noch nicht habt und dröhnt Euch voll mit UNKAST.
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Tags: 1300, HiFi, Kenwood, KL-888S, Marantz, Music, Professional, Saba, Technics, Ultra, Vintage

05. November 2008 um 13:31
frauentaugliche Kindergeburtstage sind vorbei, dank Oma, Schwingervater (in Spe), Vater, Conrad und einer Säge:
Meine alten Klamotten habe ich im Geiste schon zusammengestellt und bisher immerhin 7,90€ ausgegeben - wenn ich beim Topfschlagen mitgemacht hätte, ja dann wären mir evtl. auch noch die 7,90€ für den verstaubten audiophilen Hörgenuss erspart geblieben, aber auf Kindergeburtstagen ist es einfach zu leise.
Aber der Reihe nach: Mein Oma ist schon lange tot, aber ihr Receiver staubt im Keller ein. Ist nur ein oller Kenwood KR-5200 aus den frühen 70ern, dafür mit lupenreiner Historie: Inkl. Originalrechnung und Anleitung.
Dazu einen Satz Grundig 506 Audioprisma Lautsprecher vom noch lebenden Schwiegervater in spe und einen Thorens 115MKII vom ebenfalls noch fröhlich umherrockenden Vater. Was braucht man mehr zum Stonerrocken? Richtig, ein paar ordentlich Anschlussklemmen, denn die ollen Speakerbuchsen am Grundiglautsprecher sind nervig und mit Kabeln die nicht beim ersten Bassbums zum Glühdraht mutieren nur schwer zu vereinen. Also mal eben nen Loch in den Rücken der Box gebohrt (dabei festgestellt, dass bei der Wandstärke aus dem Holz einer Box wahrscheinlich 15 Billy-Regale hergestellt werden könnten) und für 3,95€ p.St. nen paar häßliche Anschlussklemmen von Conrad reingeschraubt.
Und wo ist der Haken bei der Sache? Der Plattenspieler steht noch im Keller meines Vaters und der Receiver fliegt noch nach einer Reinigung in der Uni herum, aber in Gedanken, ja in Gedanken da höre ich schon richtig laut UNKAST - die Boxen stehen ja schon zu Hause.