Archiv für die Kategorie ‘offtopic’

Gibson SG Unpacking

Montag, 23. Februar 2009

Hhahaha, sie ist da!!

Lang ersehnt, aber ohne große Emotionen kam sie nun heute früh mit dem UPS Mann. Also keine Erinnerung an blühende Landschaften und netter Duft in der Luft. Kurz bezahlt und ab in das Zimmer zum Auspacken des guten Stückes.

Karton Gibson SG

Ein schnöder Karton mit Krampen geschlossen. Aber mit dem richtigen Metalllineal kann man die Dinger leicht rauspolken.

Metallkrampen

Metallkrampen

Nachdem sich der Deckel öffnet ist auch endlich klar, was für eine Farbe der originale Gibsonkoffer hat. Das Ding kostet ohne Gitarre locker 190€, UVP liegt sogar bei 250€ aber ich muss sagen, dass die Verarbeitungsqualität des Koffers meiner Les Paul wesentlich besser ist.

Gibson

Gibson

Egal, mit dem Koffer soll man ja auch nicht spielen also schnell mal ausgepackt das gute Stück. Sie ist noch ganz kalt von der Lieferung und die Oberfläche der Lackierung schillert im Licht, da sie aufgrund der Luftfeuchtigkeit beschlagen ist. Fein liegt auch ein weißer Fusselteppich auf dem Lack, da das Innere des Koffers mit weißem Plüsch ausgekleidet ist. Bei der Les Paul ist es pink :)

Gibson SG Koffer

Gibson SG Koffer

weißer Plüsch

weißer Plüsch

In der Hand fällt zuerst auf, dass die Gitarre den gleichen Hals hat wie meine Les Paul, so sollte es auch sein. Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben, der Lack ist makellos und die Saitenlage ein Traum. Ich muss mich in keinster Weise umgewöhnen und ich kann zwischen den beiden Gitarren wechseln ohne einen Nachteil in der Bespielbarkeit zu erkennen.

Rückseite

Rückseite

Beim öffnen des Koffers ist mir jedoch sofort der typische Geruch in die Nase gestiegen. Nicht wie bei der Les Paul, sondern wie bei meiner ersten Gibson SG und ich war einen Moment an jenen Tag damals erinnert, als ich die weinrote SG kaufte.

Made in Canada

Made in Canada

Zum Glück ist am Koffer ein kleiner Zettel, der besagt, dass er in Canada gefertigt ist. Ich hätte auf China getippt, aber gut dass es dabei steht.

Gibson SG Kopfplatte

Kurz angespielt im trockenen Zustand kann ich nur sagen, dass ich mich freue die Gitarre am Marshall Stack zu spielen. Vielleicht habe ich nachher Zeit in den Proberaum zu fahren. Und dann wird gerockt!

CuM

Das Martyrium eines Equipmentkaufes

Montag, 16. Februar 2009

Genau in diesem Moment sitzt Ihr davor und schaut in die weite Welt des Webs. Ok, die Blogseite von Unkast ist nicht so weit wie manch andere abgründigen Pfade, aber tief genug lassen wir meist blicken.

Das tolle Web… Infos bei wikipedia oder google recherchiert, oder gegoogled, wie man neudeutsch sagt, schnell mal nach dem Wetter geschaut (aus dem Fenster schauen wäre ja zu einfach) oder mal die Kinokarten für heute reserviert und online ausgedruckt. Tausende von Online-Händlern scharen sich mit immer niedrigeren Preisen für alles was man sich denken oder auch nicht denken kann. Ich gebe zu, ich bin auch schneller dabei mit einem One-Click kauf eine neue cd zu kaufen oder bei iTunes ein Album als mp3 zu ordern als in den nächsten Plattenladen zu laufen, aber manche Dinge muss man zuvor in der Hand gehabt haben, oder möchte den altersschwachen Nachbarn nicht zumuten tonnenschwere Dinge ewig im Hausflur stehen zu haben.

Ich konkretisiere mein Vorhaben um zwei Worte: Gibson SG. Der unwissende Leser mag sich fragen, was ist das nur? Daher hier ein kleiner Exkurs:

1952 hat Gibson USA seine erste Vollholzgitarre vorgestellt. Unter Zusammenarbeit mit Lester William Polfus (Les Paul) entstand so die beliebte Paula mit vollem, sattem Klang und dank eingeleimten Hals mit einem unendlichen Sustain. 1961 wurde diese komplett aus dem Programm genommen und durch die Les Paul Solid Guitar (SG) ersetzt. Der Musiker Les Paul war jedoch mit der Korpusform mehr als unzufrieden und man änderte bei Gibson notgedrungen den Namen auf Gibson SG. Der Korpus und der eingeleimte Hals bestehen aus Mahagoni und das Griffbrett aus Palisander (nicht Rosenholz wie viele das rosewood aus dem Englischen übersetzen). Normalerweise werden zwei Humbucker verbaut, jedoch sind auch Modelle mit drei Humbuckern oder zwei P90 Singlecoils erschienen. Die bekanntesten Musiker, die eine Gibson SG spielten und auch immernoch spielen sind Tony Iommi von Black Sabbath und Angus Young von AC/DC.

Zurück zu meinen eigenen Leiden! Ich besaß in den 90ern selbst eine schöne weinrote Gibson SG Classic mit Trapezinlays und großem Schlagbrett. Ich spielte sie sehr gerne, doch ist während des Studiums mein Freiraum für Musik gegen null und nicht zuletzt wegen meines Tinnitus ein Großteil meines angesammelten, mehr als redundanten, Equipments ab-gewandert. Jetzt bereue ich es! Mehr kann man dazu nicht sagen! Ich bereue den Verkauf meiner Gibson SG, eine neue muss her!

Also hab ich die Gelben Seiten durchforstet und alle Gitarrenläden in Berlin rausgesucht. Objekt der Begierde eine Gibson SG in Ebony mit Koffer bestenfalls. Im Prinzip auch jede andere SG von Gibson, anfassen, riechen und spielen und dann natürlich kaufen, wenn sie passt. Im ersten Geschäft war die Tür verschlossen. Gegenüber soll man fragen, der Verkäufer sei grade im Pianostore (Klaviergeschäft). Dort angekommen stehen zwei wenig interessierte Herren um Plastiktasteninstumente. Wer ein Verkäufer ist, kann man nicht erahnen. Einer der beiden gibt sich dann doch zu erkennen. “Ähm, kann ich Euch weiterhelfen?” Ja, Chris war mit dabei. Der ist immer mit da, wenn es wichtig ist. “Ach, eine Gitarre wollt ihr anschauen, hm… ja, ist grad schlecht, hier sind nur Pianos.” Klar. das steht auch draußen am Schild. “Aber wenn ihr kurz wartet, dann mach ich euch drüben auf…Was? Eine Gibson? Ne, das haben wir nicht auf Lager. Wenn du genau weißt, was du haben willst, dann bestellen wir die…” Also raus aus dem Laden. Bestellen kann ich alleine, ich wollte doch anfassen!

Auf der Perepherie des inneren Rings geht es Richtung Westen zum nächstgelgenen Musikladen. Es schneit noch immer. Für Berlin recht stark sogar. Im Geschäft angekommen starren mich ein paar Derivate von Epiphone an. Hatte davon schon ein paar in der Hand, aber überzeugt war ich nicht wirklich. Zum Spaß habe ich ein Epiphone Les Paul GoldTop gespielt. Was soll ich sagen? Eine Gitarre mit 6 Saiten. Bestimmt nicht schlecht, aber an meine Les Paul kommt sie nicht ran. Aber weit und breit keine Gibson SG… schade.

So schlagen wir uns weiter durch. Suchen links und rechts vom Weg nach dem Trüffel des Tages, aber gehen leer aus. Keine Gibson SG in Berlin. Ok, wir haben nicht wirklich alle Geschäfte angesteuert und vielleicht verstaubt in einem Laden hinten in der Ecke noch eine SG, aber früher war das anders. Da konnte man sich morgens beim Aufwachen überlegen, dass man doch gerne eine SG kaufen möchte und dann ging man los und fasste an und roch dran und ging nach Hause und war zufrieden einen Kauf getätigt zu haben. Eine Erfahrung von der man noch lange reden kann. Ich habe z.B. beim Kauf der weinroten SG Classic hinterher in der Eckkneipe einen Tequila getrunken und ein Bier und ich glaub noch einen Gin-Tonic. Das Wetter war mild, im Frühling war es. Trocken und die Luft roch nach Sonne. Die Knospen an den Platanen brachen langsam auf und ich hatte die SG in der Hand.

Nun, vielleicht liegt es am Wetter, aber was habe ich nun gemacht? Gerade habe ich eine Gibson SG im Internet bestellt. Keine Standard, eine Special, es ist ja nur die Zweitgitarre, da kann ich auf Trapezinlays verzichten und was weiß ich… wenn die nicht so riecht wie ich es in Erinnerung habe, dann schick ich sie dank des Fernabsatzgesetzes zurück.

Bilder folgen, wenn die Lieferung eingetroffen ist. Dann gibt es ein bebilderten Auspackblog!

cuM

UPDATE! gerade kam die Bestellbestätigung… die SG ist vorerst nicht lieferbar… vielleicht soll es auch keine SG werden. Ich werd verrückt!

So, jetzt hab ich ne Standard bestellt.

Roots: BEDEMON

Freitag, 30. Januar 2009

unkast |  Roots: BEDEMONBEDEMON: Eines der Sideprojects der ganz frühen Pentagram, genauer gesagt in erster linie vom 2002 bei einem Autounfall verstorbenen Randy Palmer. Wenn man den diversen Internetblogs glauben darf, handelt es sich dabei möglicherweise um die allererste Doom Metal Band überhaupt (die ersten Songs wurden um 1973 aufgenommen, also etwa 10 jahre bevor das Genre überhaupt erst wirklich begründet wurde). Die Informationen sind aber alle irgendwo unklar und/oder widersprüchlich, auf jeden Fall wurde vor einiger zeit ein Album mit dem namen “Child of Darkness: From the Original Mastertapes” herausgegeben, welches (die kompletten?) aufnahmen aus den verschiedenen Phasen der band beinhaltet. Der Sound kling ehrlich gesagt grauenhaft, das ganze wurde angeblich in irgendeiner Garage oder so ähnlich zusammengeschustert und das hört man auch. aber vom Songwriting her ist es durchwegs faszinierend wie weit ihrer zeit voraus die Herren waren…

BWR087 BEDEMON - Child of Darkness (from the Original Master Tapes) LP / CD

1. Child of Darkness
2. Enslaver of Humanity
3. Frozen Fear
4. One-Way Road
5. Serpent Venom
6. Last Call
7. Drive Me To the Grave
8. Into the Grave
9. Skinned
10. Through the Gates of Hell
11. Touch the Sky
12. Child of Darkness II
13. Time Bomb
14. Nighttime Killers
15. Axe To Grind

BEDEMON:
Randy Palmer: Guitar
Mike Matthews: Bass, guitar
Geof O’Keefe: Drums, guitar
Bobby Liebling: Vocals, guitar

download link

hier noch ein englischer Review zur Veröffentlichung:

link zum review

Lomographie

Mittwoch, 28. Januar 2009

Ähnlich jung wie Stoner Rock ist die Lomographie. Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde diese Kunstform in Wien auf großen Stellwänden, den Lomowänden geboren (Quelle: wikipedia). Mit einer russischen Lomo Kamera werden Schnappschüsse gemacht, die durch ihre ungewöhnlichen Betrachtungsweise der Umwelt bestechen. Aus der Hüfte geschossen, übermäßig lange belichtet oder mit extremen Bildwinkeln, komponieren sie die Realität, so trist sie in diesem Moment auch sein mag, neu und beschreiben eine Abbild schöner und wirkungsvoller es nicht geplant sein kann.

Lomo

Lomo

Warum, fragt sich der geneigte leser, wird nun die Photokunst in einem Stoner Rock Blog thematisiert?

Lomo möchte bewußt anders sein und missachtet klassische Bildgestaltungsregeln. Daher ist die Lomographie auch enger einer Kunstform zuzuschreiben als die reine Photographie, die im Prinzip nur das genau Abbild der Realität verfolgt. Motiv, Bildaufteilung und Lichtstimmung (Belichtung) stehen bei der klassischen Photographie an zentraler Stelle. Ein aus der Hüfte geschossenes Bild kann kein eigentliches Motiv fixieren, wodurch die Bildaufteilung fast unbestimmbar wird. Durch extreme Fehlberlichtungen enstehen gewollte Verwacklungen und beim Einsatz eines Blitzes zudem Geisterbilder. Stoner Rock hingegen wird in der Ausprägung UNKAST wenigen klassischen Musikelementen gerecht. Am augenscheinlichsten ist der fehlende Gesang, der sich in heutigen Musikproduktionen in den Vordergrund schiebt. Durch ihn wird das Motiv des Musikstückes transportiert. Es handelt zumeist von der Liebe oder dem Tod oder von Liebeskummer und Affären und dann im Endeffekt doch wieder vom Tod. Bei instrumentaler Musik wird das Motiv durch die Aneinanderreihung von Tönen und Klängen erzeugt und so entsteht das künstlerische Motiv erst im Kopf oder im Gefühl des Zuhörers und muss nicht zwangsläufig bei jedem identisch sein. Ohne Gesang ist es auch leichter sich von Einleitung, Strophe und Refrain zu trennen. Diese Aufteilung als Äquivalent zur Bildkomposition besetzt in der rein instrumentalen Komposition von UNKAST eine untergeordnete Rolle. “System” ist dabei ein zufälliges Produkt, welches im Prinzip auch nur auf die mathematischen Grundlagen von Musik zurück geht. Kommen wir zu der Belichtung des Bildes: Physikalisch betrachtet ist Lichtstärke die Amplitude der Photonenschwingung. Die Frequenz der Photonenschwingung ist die Lichtfarbe. Genauso verhält es sich mit der Tonfarbe von UNKAST. Große Amplituden und ein gemäßigte Geschwindigkeit erzeugen so das heute oft vermisste “Brett” an Musik.

Lomo2

Lomo2

Das mach UNKAST Musik aus. Lange psychadelische, stehnde Akkorde, die sich zu Wellen ausbreiten und den Hörer einbetten und ihm das Gefühl vermitteln, genau da zu sein, wo er sein möchte.

Auftrennbare Vor- und Endstufe Marantz und andere Vintage Hifi Amps und Receiver

Dienstag, 27. Januar 2009

Moin Staubige Jungens,

man lernt ja nie aus. Da denkt man, dass man als Akademiker doch halbwegs mit technischen Geräten zurecht kommt, doch manchmal kommt es gaaaaanz anders.

Fangen wir mal vorne an: Objekt der Begierde ist ein kleiner, frauentauglicher Marantz 2216B. 16Watt an 8 Ohm nach IHF (Ihr erinnert Euch) und eine übersichtliche Frontplatte - für die Küche genau das richtige. Bei ebay schnell ersteigert, beschrieben als sehr gut erhalten, kommt der kleine Marantz in einem Gewand aus Staub, Dreck, Insektenresten und man glaubte ihn in einem Taubenverschlag gelagert zu haben. Also schnell mal ein paar dreckige UNKAST Songs drüber laufen gelassen und ich staunte nicht schlecht, als dort nicht das gewohnte Brett ertönt sondern eher ein flaches Brett, gar fades Holz. Egal, der Schraubendreher ist flink aus der Schublade geholt. Erstmal hab ich alles saubergeputzt und mit unendlich viel Kontaktspray eingenebelt. Danach sah der kleine wieder richtig fitt aus für seine 30 Jahre. Das schnöde Getute blieb aber erhalten und sollte mir nicht den Tag verschönern. Ich hatte schon angefangen bei Ebay zu meckern, bis ich ein kleines unscheinbares Kabel im Karton des Versenders gefunden habe. Ein Cinch Kabel ist es um genau zu sein. Da hab ich nochmal schnell die Angebotsbeschreibung bei Ebay betrachtet und gesehen, dass dort auf dem Bild die trennbare Vor- und Endstufe mit genau diesem Kabel verbunden ist. Ich habe schon diverse Marantz aus der Serie in den Fingern gehabt und die Vor- und Endstufe sind normalerweise intern gebrückt, aber wie es scheint ist bei dem kleinsten der Serie darauf verzichtet worden und was ich die ganze Zeit hörte war nur die Vorstufe, die sich kläglich bemühte UNKAST auf gewohnte weise zu verstärken. Es war natürlich nicht vergebens alle Schrauben an dem Amp in der Hand gehabt zu haben, aber manchmal liegt die Lösung in einer Kleinigkeit, die man nicht bedacht hatte, drum denkt das nächste mal an mich, wenn der Wagen z.B. nicht anspringt und schaut, ob auch Benzin im Tank ist oder wenn der Fernseher nicht funktioniert, ob auch der Stecker drin ist, oder wenn die Musik schlecht klingt, ob auch wirklich UNKAST drin steckt.

Marantz 2216B

Marantz 2216B

So long,

cuM


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xxx